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Hallo?! Kennt ihr mich noch? Anne, die euch anfangs irgendwie häufiger auf dem Laufenden gehalten hat. Der letzte aktuelle Stand ist nun, oh tatsächlich, schon über eine Woche her. Tja da der gute alte Laptop nur funktioniert wenn er Strom zieht, und das hier definitiv Mangelware ist, habe ich irgendwie in den letzten Tagen nicht sie Ruhe und Zeit gefunden um euch was zu berichten.
Aber nun. Es regnet, Rose ist unterwegs sodass wir ausnahmsweise tagsüber den Strom nutzen können und wir haben alle Unterrichtsstunden fertig.
Ja da kann ich direkt bei der neusten Neuigkeit beginnen. Gestern erfuhren wir, so ganz nebenbei von den Schülern „Hakuna Matata", dass in der nächsten Woche die Schule spontan Ferien macht. Geht hier anscheinend. Es soll ein neuer Unterrichtsraum gebaut werden, sodass es sich anbietet bereits vor Ostern zu schließen. Aha. Heute haben wir dann kurzfristig erfahren, dass diese Woche gar nicht mehr komplett Schule ist. Fazit: morgen haben wir noch drei Stunden und dann ist es aus mit unserer Teacher Anne und Teacher Jana Karriere. Kann ich aber ganz gut verkraften, da die Kids im Sport meistens nur Fußball spielen wollten. Da hat man als Lehrer einen eher langweiligen beobachtenden Part... und in der Mittagssonne 35 Minuten mit zu rennen hielt ich bis dato auch für keine gute Idee. Nun ja, eventuell haben wir für die kommende Woche schon einen neuen Aufgabenbereich. Ab dann könnt ihr uns Künstler Anne und Künstler Jana nennen. Wenn die Arbeiter sich ins Zeug legen und die Steinmauer bis nächste Woche fertig wird, werden wir die Wand, die das Kinderheim einzäunen wird, bemalen... mit spielenden Kindern oder so war Rose Idee. Nachdem wir mit den Klassen die Banner bemalt hatten hat sie wohl erahnt, dass wir uns gerne künstlerisch betätigen. Gold richtig! Also Daumen drücken, dass wir uns nächste Woche hier verewigen können J
Die letzte Woche fing recht unspektakulär an... bis wir am Mittwoch einen Wein auf unserem Stein öffneten und einige Minuten später unsere Gläser nicht leer, sondern voll wurden. Der erste Regen, pünktlich zur Regenseason! Ja da saßen wir dann so zehn Minuten im Regen, auf unserem von der Sonne gewärmten Stein und genossen die kurze Abkühlung. Einige Tage darauf sollten wir erfahren, dass dieser Regen lächerlich im Vergleich zu dem ist was die Leute hier gewohnt sind. Denn als wir freitags die Mulefus besuchten (Peter, der uns durch Malava führte und sein Bruder Moses der örtliche Chief) kam ein Gewitter verdächtig nah. So entschlossen wir uns zügig auf den Rückweg zu machen. Zu spät! Auf halber Strecke holte uns ein ordentlicher Platzregen ein, ein ungemütlicher Wegbegleiter. Aber seit gut einem Monat hatten wir so mal wieder das Gefühl von fließendem Wasser J Ja vielleicht sind meine Ohren dann jetzt auch mal richtig sauber. Einen Tag zuvor lag ich noch flach, da mich der erste Regen umgehauen hatte. Gliederschmerzen und so, aber das wurde mir nach der zweiten Regenparty erspart. Der regen am Freitag war der Wahnsinn. Als wir gerade klatsch nass das haus betraten und uns auf ein sicheres, trockenes Haus freuten holte uns die afrikanische Realität ein. Ich hoffe es klingt so dramatisch wie ich es zu schreiben versuche: Durch das Wellblechdach regnete es in das Haus, die Hagelkörner klatschen auf Sofa, Tisch und Boden. Hinzu kommt, dass dieses Dach auch wirklich ohrenbetäubend laut ist, sodass wir uns eine halbe Stunde anschreien mussten um uns zu verstehen. Dann war der Spuk vorbei. Bis dato war dies der heftigste Regen den wir erlebt haben, aber Rose sagte es geht noch mehr. Na toll.
So gegen Nachmittag, nachdem der ganze Vormittag warm und sonnig war, fängt es dann jetzt fast täglich an zu regnen. Doch das schöne ist, dass die Sonne sich anschließend immer wieder blicken lässt, sofern sie noch nicht unter gegangen ist! Und Papa: nach dem regen ist die Luft herrlich frisch und wenn die Sonne dann wieder länger scheint hat man das Gefühl als hätte es wie letzten drei Monate nicht geregnet. Aber schwül ist es hier nicht!
Ja und am Wochenende hatten Jana und ich mal nichts Großes vor, sodass wir es uns tagsüber im Golfhotel, das uns mittlerweile recht sympatisch wird, gemütlich gemacht haben. Wir saßen noch keine halbe Stunde, als wir Gesellschaft bekamen. Offin, ein junger Afrikaner der sich sozial engagiert. Alles sehr glaubwürdig und beeindruckend, da er uns auf seinem Laptop viele tolle Bilder von seinen Projekten zeigte. Er erhält seine Jobs durch Leute wie uns. Das heißt, er wir engagiert von Leuten, die hier in Kenia freiwillige Arbeit leisten möchten. Für diese Leute sucht er dann hier vor Ort Projekte, an die er sie vermittelt oder auch zusammen mit ihnen reist um zu helfen. Cooler Job! So hat er zusammen mit Europäern zum Beispiel Müllprojekte gestartet, Schulprojekte (wie unseres) unterstützt an denen sie die Toiletten erneuert haben, gemeinsam Bäume gepflanzt und durch einen lustigen Entertainment - Nachmittag Kinder in Slums über Aids informiert. Am unglaublichsten waren die Fotos von seiner Tour mit einer Belgierin zu dem Stamm der Masai. Dort haben sie auch die Tochter von der der Autorin „die Weiße Masai" gesehen, die dort lebt. Am meisten sind mir die Bilder in Erinnerung geblieben, die zeigen, wie die Leute dort eine Ziege töten und ihr Blut trinken um sich stark und männlich zu fühlen. Ja so reisten, Jana und ich an diesem Samstagnachmittag unverhofft in den Norden Kenias, zumindest in Gedanken J
Dann verkündete Offin, dass er auch Safaris plant und legte uns nahe unbedingt den Masai Mara National Park für unsere Safari zu wählen. Ja nach all den Bildern, den Informationen die er uns zuschickte, und dem guten Preis (wie Rose uns bestätigte) haben wir nun eine dreitägige Safari in einem, so sagt man, der besten National Parks von Kenia. Oh ich bin so aufgeregt. Am 20.04. wenn die Jungs dann da sind geht es los... und Jörg macht traumhafte Fotos von Elefanten, Löwen, Antilopen, Giraffen, Nilpferden und UNS die ihr euch dann bald anschauen könnt. Auf dieser Safari werden wir auch einen Abstecher in das das Dorf der Masai machen... sicher sehr beeindruckend wie die leben.
Sonntags haben wir uns dann wieder mit Rose richtig gut unterhalten. Dieses Mal über die Entstehung von dem Tumaini Miles of Smiles Centre.
Hier für euch die Kurzfassung:
Es war einmal eine junge, ehrgeizige, zielstrebige Frau namens.....na wer weiß es?... richtig: Rose! Mit gerade einmal 15 Jahren und noch grün hinter den Ohren verließ sie ihr Dorf um nach Nairobi in die große Stadt zu ziehen. Auf Grund ihrer eigenen Sozialisation hatte sie stets den Drang den Kindern in ihrem Dorf helfen zu müssen. Also investierte sie ihr Geld, welches sie in einem Callcentre oder so verdiente, in die Miete von einem Raum, Schulhefte, Stifte und das Gehalt für Lehrer. Dies war der Start der Tumaini Primary School. Jedes Wochenende reiste sie von der Stadt auf das Land, wie wir selbst erfahren hatten, sind das sieben Stunden fahrt. WOW. An den Wochenenden löste sie Probleme um dann montags wieder in Nairobi zu arbeiten. Ja und auf der Arbeit begegnete ihr dann mal ein Mann mit Computerkenntnissen, der ihr Einzelprojekt vorantrieb. Durch den Internetauftritt erfuhren Freiwillige von dem Projekt, die hierher reisten um zu unterstützen. Durch das Geld was sie zahlten und häufig auch folgende Spenden konnte Rose Schritt für Schritt Kassenräume bauen. Hinzu kam das Kinderheim, welches Rose ebenfalls erschuf, da sie von Gewalt in Familien erfuhr. Wenn Kinder hier in Kenia ihre Eltern verlieren ist es üblich, dass sie zu Verwandten ziehen. Da diese wenig Geld und häufig selber viele Kinder haben, hat dieses Waisenkind selten die Aussicht auf ein faires Kinderleben. So auch ein Kind im Alter von sechs Jahren, das nicht zu den Verwandten zurückkehrte aus Angst wieder geschlagen zu werden. Rose fang das Kind in einem Feld und rettete es aus der, ja man kann schon sagen: Sklaverei!Mittlerweile leben 50 Kinder in dem Heim mit den unterschiedlichsten Hintergründen.
Die Pfadfinder Wertherbruch spenden an das Projekt den halben Erlös des Weihnachtsmarktes, den wir im vergangenen Winter ausgerichtet haben. Das Geld wird in neue Bauprojekte investiert, wie z.B. ein Schultor, ein neues Klassenzimmer (der Bau für ein solches Zimmer kostet ca. 4000 US Dollar) und ein großes Projekt für ein Ausbildungscenter. Dieses Ausbildungscenter soll den Kindern nach der Schule Perspektiven schaffen, indem sie dort praktische Fertigkeiten (z.B. nähen, tischlern, bauen) erlernen um später einen Beruf ausüben zu können.
Ein schönes Gefühl ein wenig zu der Erschaffung solcher lebenswichtigen Projekte beizutragen.
Morgen werden wir wahrscheinlich den Mann treffen, den wir an Janas Geburtstag kennen gelernt haben und der uns angeboten hat uns Kisumu zu zeigen. Rose fährt mit uns zu ihm um sich ein Bild von ihm zu machen, ob wir ihm vertrauen können. Wäre ja prima wenn wir einen persönlichen Guide haben. Im Gegenzug zeigen wir ihm bald mal Deutschland. Ich bin gespannt!!!
JANA HAT FOTOS AUF IHREN BLOG HOCHGELADEN jana-in-kenia.auslandsblog.de
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