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Jambo,
nun bin ich erst seit zwei Tagen in Kenia und weiß jetzt schon nicht wo ich anfangen soll zu berichten. Da die Internetverbindung hier in Malava nicht so zuverlässig ist hoffe ich, dass ich diese Nachricht abschicken kann. In meinem Reisetagebuch sind bereits zahlreiche Seiten gefüllt mit all den Eindrücken, die ich bis jetzt sammeln konnte, und ich kann euch sagen es sind bereits jetzt schon soooo viele. Also gut, dann versuche ich euch hier mal einen Einblick von meinem Abenteuer zu verschaffen.
Am Montagabend kamen Jana und ich gegen 19 Uhr am Flughafen in Nairobi angekommen. Ich könnte jetzt auch schon sämtliches über den Flug berichten, doch ich denke die meisten von euch sind bereits geflogen und können meine Erfahrungen teilen J Nur kurz: die Wüste... das Meer... der Sonnenaufgang... WOW
Am Flughafen erwartete und dann unser Fahrer, der wild mit dem Schild in der Luft herum wedelte als er uns nach einer Stunde Wartezeit endlich in Empfang nehmen konnte.
Mit einer halbstündigen Fahrt erhielten wir den ersten prägnanten Eindruck von Nairobi: Der verrückte Verkehr. Bis dato wusste ich gar nicht, dass sie hier links fahren. Und dann auch noch so chaotisch... das war für uns strukturierten Deutschen ziemlich ungewohnt und vor allem sehr gewöhnungsbedürftig. Zahlreiche Bullis flitzen über die Straße. Der Fahrer berichtete, dass sie diese privaten Sammeltaxis „Matatus" nennen.
Etliche Kurven, Bremsmanöver und Schlenker weiter kamen wir am Mill Hill House, einem Guest House an. Eine vertrauenswürdige Unterkunft in der Hauptstadt, ein gutes Gefühl. Ein netter alter Herr, Patrick, erwies sich als fürsorglicher Gastgeber und wir sind auch in Zukunft herzlich willkommen (also Jörg und Lukas, vielleicht lernt ihr ihn auch noch kennen). Unser erstes Bier „Tusker" (Stoßzahn) ging aufs Haus... danach konnten wir gut und vor allem schnell schlafen.
Am nächsten Morgen waren wir ziemlich spät dran, was zur Folge hatte, dass wir die anderen Gäste kaum kennen lernen konnten und schnell ein Brot für die nächste lange Fahrt machten und in das Taxi hetzten.... zum Glück sind wir so früh los gefahren. Liebe Kölner Mitbewohnerinnen, ärgert euch nie wieder über den Verkehr in Köln, er ist nichts im Vergleich zu Nairobis Innenstadt. Sooo viele Fußgänger (vom Anzugträger bis zum Bettler), Autos, Fahrräder und Händler mit ihren Karren. Der Zeitungsverkäufer läuft zwischen den Autos und verkauft seine Ware und auch der Bettler steht vor deinem Fenster und verlangt Geld.
Doch wir erreichten schließlich die Busstation „easy coaching" und hätten unseren Bus nach Kakamega wohl auch noch eine halbe Stunde später bekommen. Soviel zum Thema Pünktlichkeit J Die Angestellten der Busstation tragen weiße Kittel, wie Ärzte, und sagen die Buslinien durch Megafone durch. Bevor wir in dem Bus einsteigen können werden wir mit so einem Metal Detektor (??) abgehorcht und müssen uns dann auf die festen Plätze, die auf dem Fahrausweis stehen setzen. Wir, die einzigen Weißen, erhalten den Ehrenplatz: unmittelbar hinter dem Busfahrer. (laut Taxifahrer ist es am besten in der Mitte zu sitzen. Hinten wird man zu sehr durchgeschüttelt und vorne ist es laut, da sich dort der Motor befindet << dies kann ich nur bestätigen). Ab da lag uns eine abenteuerliche siebenstündige Busfahrt bevor, die ich trotz Anstrengung nicht missen möchte... und in ca. sechs Wochen haben wir ein zweites Mal das Vergnügen J Auf der Strecke von Nairobi nach Kakamega haben wir neben der traumhaften Landschaft (grün, hügelig, verwachsen, urige Häuschen und Hütten) auch viele eindrucksvolle Leute entdecken können. Ein junger Mann fuhr auf einem Fahrrad und kutschierte auf dem Gepäckträger nicht ein, nicht zwei, Nein drei kleine Kinder im Alter von ca. 3-4 Jahren. An den Straßenrändern spielte an vielen Stellen unvorstellbar viel Leben ab. Einheimische jeden Alters liefen, saßen oder lagen in den Wiesen, verkauften Obst, Gemüse, Kleidung, oder hüteten ihre Tiere (Kühe, Ziegen, Schafe). Wir sahen einige prunkvolle Häuser und unzählige Lehm- und Holzhütten. Von kleinen Dörfern (Slums) bis hin zu Städten in dem es nie stillstehen zu scheint. Und nicht zu vergessen: die Straße! Es gibt wenige ausgebaute Straßen, aber selbst die geteerte Hauptstraße die wir gefahren sind war eine reinste Schüttelfahrt. An manchen Stellen sind wir 5-10 kmh gefahren da die Straße so kaputt war. An einer Stelle waren die Fahrlinien einige Zentimeter eingefahren, sodass der Busfahrer müsse hatte die Spur zu wechseln. Während der ganzen Zeit und nur drei kurzen Stopps hörten wir afrikanische Musik und ein fröhliches Murmeln der anderen afrikanischen Fahrgäste.
Ja und dann kamen wir endlich in Kakamega an. Als wir gerade unser Gepäck ausgepackt hatten (puh...alles noch da) begrüßte uns auch schon eine junge, freundliche Afrikanerin: Rose, die Direktorin vom Tuamini Miles of Smiles Centre, die zusammen mit einem anderen Mitarbeiter bereit zwei Stunden auf uns wartete.
Eine weitere halbe Stunde ging es mit dem Auto nach Malava einem wirklich kleinen Dorf.
Ihr lieben deutschen Freunde, ihr glaubt nicht welche Standards hier herrschen. Auf genauere Beschreibung müsst ihr warten bis ich zu Hause bin oder mehr Zeit zum Schreiben habe (so langsam werde ich ziemlich müde) aber hier eine kurze Beschreibung meiner aktuellen Situation: Jana und ich schlafen zu zweit in einem sechser Zimmer mit Doppelbetten. Es gibt keinen Schrank kein Nachttisch oder ähnliches. Die Matratze ist so weich, dass sie noch stunden nach meinem Aufstehen eine Kuhle aufweist (der nächste Orthopädenbesuch lässt grüßen), bei Ankunft war das Licht vor den Toiletten defekt (in den drei Toiletten gibt es gar kein Licht, aber da es Holztüren sind und oben und unten große Spalten sind kann man ein bisschen sehen), zwei von den drei Toiletten sind diese Loch-Klos (französische Toiletten, ihr wisst was ich meine), es gibt kein fließendes Wasser. In der Küche steht eine Tonne aus der man Wasser in einen großen Eimer schüttet um auf der Toilette abzuspülen. Auch Zähneputzen und duschen verrichtet man auf dem Klo. Jana und ich haben schon eine spektakuläre Duschaktion am späten Abend hinter uns. Zum Glück schlief der Rest schon (wie wohnen mit Rose, den zwei Kindern und einer Helferin im Haus). Das Geschirr wird draußen gewaschen, mit einer Scheuerseife oder so, die einen seltsamen Fettfilm auf dem Geschirr hinterlässt. Das Wasser wird dann einfach auf die Wiese gekippt. Das Wasser zum waschen, kochen, trinken (zum trinken wird es abgekocht, schmeckt aber trotzdem seltsam muffig) gewinnen sie aus Regenwasser, dass in riesen Tonnen draußen lagert. Und und und...
Aber jetzt noch kurz zur Schule und den Kindern. Als wir heute herum geführt wurden kamen wir zum Schluss an der Schule an. Alle Kinder spielten auf der Wiese bis ein Mitarbeiter sie zusammen trommelte um uns zu begrüßen. Da standen plötzlich unerwartet ca. 300 Kinder zwischen 3-15 Jahren vor uns und antworten im Chor auf routinierte Fragen des Mitarbeiters. Von dieser disziplinierten Haltung könnten sich manche bei uns eine Schnitte abschneiden J
Dann haben sie ein Willkommenslied gesungen. Wirklich beeindruckend. Anschließend haben Jana und ich uns vorgestellt und alle Kinder sollten unsere Namen und Herkunft zusammen wiederholen.
Nachdem wir dann auch noch die Lehrer kennen lernten wurden wir durch alle 8 Klassen (die Baby Class ausgeschlossen) geführt und der Mitarbeiter stellte uns noch mal im Klassenverband vor.
Ab morgen unterrichten Jana und ich Creative Arts und Physical Education.(ähnlich wie Sport). << gut das wir unsere Spielesammlung mitgenommen haben J
Die Unterrichtsstunden gehen 35 Minuten und in den Klassen sind zwischen 20-35 Kinder.
Um morgen dann auch ausgeschlafen als „Teacher Anne" begrüßt zu werden mache ich an dieser Stelle mal Schluss.
Ach ja, das Wetter ist unglaublich. Sonne pur uns ein leichter Wind. Hoffentlich bleibt es so, da ja jetzt so langsam die Regenzeit beginnt.
Mir fallen noch so viele Sachen ein die ich euch mitteilen möchte...aber das muss erst mal warten << die ausführliche Fassung erwartet euch wenn ich auf eine(paar) Flasche(n) Wein eingeladen werde J
Viele liebe Grüße aus der Ferne
Anne
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