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Mittwoch, der 21.03.
Jana, alles Gute zum Geburtstag. Ich sende dir ganz viel Sonne nach Duisburg rüber!!! Schade dass ich dieses Jahr nicht mit dir feiern kann... zumal ich deine neue Wohnung auch noch nicht gesehen habe. Das holen wir dann im Mai nach, habe ja jetzt schließlich mein NRW Ticket J
Apropos Geburtstag. Gestern haben wir hier den Geburtstag der anderen Jana gefeiert. Durch den glücklichen Zufall, dass die Schüler der Tumaini School gestern alle Examen hatten und wir dies kurzfristig erfahren haben (Hakuna Matata) mussten wir gestern keinen Unterricht machen. Fazit: Wir hatten den gaaanzen Tag für uns und konnten einen ganz entspannten, besonderen Geburtstag in Afrika feiern, den Jana so schnell wohl nicht vergessen wird. Allein deswegen schon nicht, da wir beide immer noch fleißig in unser Reisetagebuch schreiben!!
Aber beginne ich von vorne, von da an, als ich mich morgens gegen 8 Uhr leise aus unserem Zimmer schlich um den Frühstückstisch ein wenig festlich zu schmücken. Luftschlangen, Kerzen, eine HAPPY BIRTHDAY Girlande und ein paar Geburtstagskarten verbreiteten eine vertraute, gewohnte Geburtstagsatmosphäre. Dies erregte bei der Helferin, Rose und den Kindern aussehen, da es hier nicht üblich ist Geburtstage zu feiern. Der Securityman (ich vergesse den Namen leider immer und selbst wenn ich ihn noch wüsste, kann ich ihn nicht richtig schreiben) erzählte uns, dass er gar nicht weiß an welchem Tag er Geburtstag hat. Nur, dass er im Jahre 1947 (oder so) im Juli geboren ist. Mehr weiß er nicht... aber nachdem wir fragten ob dies nicht in seinem Ausweis stehen müsse wollte er noch mal nachschauen. Wenn ich das alles so richtig verstanden habe J Aber zurück zum Geburtstagsmorgen. Ich stiefelte ebenso wie ich raus bin auch wieder in das Zimmer rein, zündete zwei Wunderkerzen an und trällerte fröhlich mein Geburtstagssolo „heute kann es regnen stürmen oder schneien, denn du strahlst ja selber wie der Sonnenschein..." Eine verschlafene Jana blinzelte mir entgegen und realisierte langsam, dass sie in diesem Jahr tatsächlich in Afrika, bei 30 Grad mit Anne feiern würde. Und schon war gute Laune vorprogrammiert... keine Frage. Der Käse (einfacher Schablettenkäse, da er auch ohne Kühlschrank ein paar Tage überlebt) den wir am Tag zuvor speziell für das Geburtstagsfrühstück gekauft hatten konnte diese Stimmung nur noch fördern! Ebenso wie die Geburtstagsgrüße aus der Heimat und das Angebot von Rose uns bis zur nächsten Matatustation mitzunehmen. Yippie, 30 Minuten Fußmarsch am Morgen gespart!
Am Koi Corner warteten wir dann bis das nächste freie Matatu hielt um uns mit nach Kakamega mitzunehmen. Ja ein Matatu hielt. Dies brachte uns auch nach Kakamega. Aber es war keineswegs frei. Als sie bei uns hielten hingen schon zwei Personen halb aus dem fahrenden Fahrzeug raus. Aber sie wollten sich dennoch nicht davon abbringen lassen uns mitzunehmen. Also gut, andere Länder - andere Sitten (Hakuna Matata). Glücklicherweise wurden uns zwei Plätze im (ich nenn es mal) sicheren Inneren des Fahrzeuges angeboten, sodass sich an unserer Stelle zwei afrikanische Frauen mit aus den Wagen hingen, womit es dann schon vier Personen waren... die Polizei stört das reichlich wenig.
Ja, an diesem Tag konnte nun gar nichts schief gehen. Der perfekte Tag um einen weiteren Versuch bei dem Geldautomaten zu starten. Nachdem ich dann jetzt auch meinen richtigen Pin dabei hatte (und nicht den fünfstelligen Telefon Pin am Montag zuvor << ja die Sonne macht mich wohl ziemlich duselig). Und...tata... mein Konto war nicht gesperrt und so hatte ich endlich auch Erfolg.
Mit den Taschen voller Geld, schlenderten wir dann erst durch Kakamega (Hakuna Matata)... aber kein Problem mit meinem selbst genähten Securitybag den keiner unter meiner Kleidung vermutet. Erstaunlicherweise wurden wir auf dem Markt gar nicht so viel angesprochen und zum kaufen aufgefordert. Anders als bei der Straße wo alle Busse und Matatus halten. Als wir dort vorbei kamen wollte uns jeder mindestens dreimal in sein Fahrzeug locken. Aber wie, ganz cool, liefen weiter mit den Worten „We just stay here". Und tatsächlich funktionierte das recht gut. Auf jeden Fall sind wir in Kakamega bis zum Abend geblieben. Nachdem wir den Markt, verschiedene Geschäfte und den Park durchquert hatten zog es uns in den kühlen Supermarkt. Mit ein paar Einkäufen im Rucksack machten wir uns bei Einheimischen schlau wo man gut essen könne. Letztlich landeten wir dann erst einmal im Golf Hotel, wo wie eine Woche zuvor auch schon mit Rose waren. Dort wussten wir, dass wir ungestört sitzen können. So entspannten wir in einen der angelegenen Rundhäuschen und genossen die Ruhe, das Tusker und das Urlaubsgefühl. (wobei es zwischendurch wuselig wurde, da einige Schulklassen den Hoteleigenen Pool nutzen um Schwimmunterricht zu machen << das würde es bei uns nicht geben). Der hungrige Magen führte uns dann zu unserem nächsten Ziel. Und zu diesem, nämlich dem Kula Korner (einer Snackbar), gelangten wir durch einen Spezial-Geburtstags-Ritt (auch wenn es nur 10 Minuten Fußmarsch gewesen wären). Wir winkten zwei Fahrradfahrer (die man hier auf Grund ihrer Transportdienste Boarda Boarda oder so ähnlich nennt) heran und schwangen uns gekonnt auf die bunten Transportgepäckträger, die erstaunlich bequem waren. Und schon ging die Fahrt los, der angenehme Fahrwind wirkte äußerst erfrischend... so hätte ich auch noch länger den warmen Tag genießen können. Doch die, sehr fettige aber leckere Pizza, im Kula Korner wartete auf uns.
Übrigens kosten hier Zigaretten umgerechnet nur ca. 1,60 Euro
Schnell versanken wir in den nächsten Stühlen für die folgenden zwei Stunden. Wir wären wohl schon früher wieder weg gewesen, hätten wir nicht Georg Sowieso (ein Mann von der Regierung) kennen gelernt, der uns ein Geburtstagsbier spendierte. Mit ihm hatten wir uns ca. eine Viertelstunde unterhalten und als er seine Rechnung und die seines Fahrers (ja er hatte tatsächlich seinen eigenen Fahrer der auch eine Polizeiausbildung hatte) zahlen wollte verkündete er kurzer Hand, dass er ja leider so spontan meine Geburtstagskarte schreiben kann und uns dann mal ein Bier ausgibt. Ja und dann war er weg. Na vielleicht sieht man sich noch mal wieder, denn er hat vor noch mal nach Deutschland zu kommen, wo er auch schon mal war (genauso wie in zig anderen Ländern, arbeitstechnisch). Unser Deal war es, das er uns die Stadt Kisumu am Lake Viktoria zeigt und wir ihn in Deutschland rumführen. Wir haben seine Visitenkarte und sollen nächste Woche mal in seinem Büro in Kakamega vorbei schauen. Aber das besprechen wir besser alles noch mal mit Rose. Auch wenn er einen vernünftigen, seriösen Eindruck machte weiß man ja nie. Also liebe Eltern, keine Sorge wir sind ganz careful!!!
Gegen 18 Uhr sammelte uns dann Hesbon vom Kula Korner ein. Um diese Uhrzeit sollten wir besser nicht mehr alleine mit dem Matatu fahren, da es um 19 Uhr bereits dunkel wird, so Rose Worte. Diese saß jedoch nicht im Auto wie eigentlich vermutet. Uns zwar hat Hesbon sie zur zuvor im Krankenhaus abgesetzt, wo sie eine Nacht verbringen muss da sie positiv auf Malaria getestet wurde. Dies erklärt ihr „I feel not well" in den vergangenen Tagen.
Bis jetzt ist sie noch nicht zurück... aber es ist wohl halb so schlimm.
Den Abend ließen wir dann hier mit einer Flasche Sekt, Mango, Papaya und leckeren Saft ausklingen, was auch Hesbon sichtlich mundete J Und Moses freut sich auch schon wenn er dann 16 ist und das probieren kann.
Nachdem ich dann mit Moses und Sara (den Kindern von Rose) mit Wunderkerzen (die ungewohnt und spannend für sie waren) noch ein Lied im Dunkeln sang, setzten Jana und ich uns dann noch ein wenig auf den großen Stein, der von der Sonne gewärmt war und bestaunten den unglaublichen Sternenhimmel. Hier scheinen die Sterne noch näher und es sind doppelt so viele!
Heute ist ein ruhiger Tag. Wir übersetzen Spiele ins Englische, waschen unsere Wäsche... alles langsam. Einfach zu warm! Hakuna Matata!
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