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Das ist auch USA - Kilometer um Kilometer gepflegter Golfrasen, gezähmter Wald, geschindelte Mansions, Restaurant im altenglischen Stil - die eine Einladung, Restaurant im französischen Stil - die andere Einladung. Dazwischen Besichtigung des Pfarrhauses, das auf seine neuen Bewohner wartet. Mit fünf "Fireplaces", zwei Aufgängen (einem für die Maid), einem Schalter im Esszimmer am Boden, um den Service des nächsten Ganges zu veranlassen, ohne aufstehen zu müssen - alles Dinge zum Staunen. Aber staunenswert war auch der Gottesdienst, den wir um 11 h besuchen:
Das Eingangsspiel besteht aus einem "Glockenspiel", einem zarten Musikstück, das allein aus geschwungenen Glöcklein bestand. Hübsch. Ca. 10 Musikerinnen. Es ist der Sonntag der Ordination der (freiwilligen) Deacons and Eldest, also des Besuchsdiensts/Helfer and Helferinnen bei Anlässen und neuen Kirchenpfleger/-innen. Es ist ein sehr ernsthafter Akt, mit grosser Würde stehen 17 Personen vorne, 8 Frauen und 9 Männer! Die Kirchenpflege besteht aus 24 Mitgliedern! 11 Sitzungen im Jahr, dazu der Anlass der neuen Mitglieder. Man kann nur 6 Jahre dabei bleiben. So gibt es relativ viel Wechsel. Mit den vielen Alässen braucht es auch noch Kommittees, die die Anlässen planen. Z.B. Musikkommittee, das das Musikprogramm zusammen stellt. Ein Kommittee sorgt für Auktionsanlässe: Boys- and Girlsclub, Homeless Shelter, Soupkitchen, Kinderentwicklungsprogramm im Norden von Chicago werden durch diese Auktion unterstützt. Sie findet nächsten Samstag Abend statt. Es gibt eine ganze Reihe von "Offerten", wie z.B. Koreanisches Essen für 8 Personen durch eine Austauschstudentin u.v.a.
Setting: Es sind heute deutlich weniger Leute in der Kirche. Sie ist vielleicht halb voll. Es ist Low-Sunday, der Sonntag nach Ostern, der seinen Namen eigentlich anderswo her hat, aber Chris sagt uns, dass eben der Besuch "low" ist. So ist das auch ein Uebernamen für den Sonntag nach Ostern.
Musik: Neben dem "Glockenspiel" zum Eingang bleibt die Musik trotz Chor heute eigenartig zurückhaltend. Chris beklagt sich nachher auch über die Musikauswahl der Organistin.
Liturgie: Was mich sehr beeindruckt ist schon am Anfang die Ankündigung in den Miteilungen, die immer am Anfang des GD stehen, dass Gebetsanliegen auf die Karten aufgeschrieben werden können und der Associate Pastor macht daraus gegen Ende des Gottesdienstes ein sehr passendes, schönes Fürbitte-Gebet. Der Ständen der die Karten mit Bleistiften ist auf der Rückseite der Bände eingebaut. Da drin sind auch die Kuverts, in die man die Kollekte legt und dann in den Korb oder Teller tut, der durch die Bänke geht.
Sehr schön ist die Ordination: Die Freiwilligen Deacons and Eldest stehen vorne, und sie legen ihr Bekenntnis ab. Die Fragen werden von den beiden Geistlichen abwechslungsweise gestellt. Dann wird die Gemeinde eingeladen nach vorne zu kommen und die Hand aufzulegen, um am Segen für die Arbeit der siebzehn engagierten Freiwilligen mitzuwirken. Es ist ein sehr kraftvoller Moment, als sie gesegnet werden. Mit einem Bittgebet wird abgeschlossen.
Predigt: Chris fängt mit einer eigenen Uebersetzung von 1 Kor 12 an: ein Körper, viele Gaben. So nimmt sie das Thema des GD voll auf. Auf was sie hinaus will: die Gaben sind vielfältig, die Aufgaben auch. Aber jede und jeder ist mit seinen Auf-Gaben genau gleich verantwortlich und genau gleich wichtig für die Teamwork, die für den "Body of Christ" getan wird. Sich darüber klar zu sein und das einander auch zu zeigen, sich von der Gemeinschaft auch korrigieren und schärfen zu lassen, ist "Discipleship", Jüngerschaft. Im Auftrag der Gemeinschaft an der Gemeinschaft, dem Corpus Christi mitzuwirken, ist zentraler Dienst der Christenmenschen. Immer aber tun sie es, wenn sie es tun wie es von der Bibel gewünscht ist, im Sinne von 1 Kor 13: in Liebe.
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