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Jetzt ist wirklich passiert, was nie passieren darf: Ich habe meinen letzten Blogeintrag geschrieben (3 h!) und er ging mir verloren!
Nun versuche ich die Resultate nochmals zusammen zu fassen.
Ich orientiere mich für eine Auswertung der Erfahrungen an Stichworten: Discipleship, Community Outreach, Vision, DMin und Organisation/Kommunikation
Discipleship: Es ist wohl einer der am meisten gebrauchten Begriffe, in Predigten, in der Literatur, in Gesprächen. Gemeint ist die Art und Weise, wie wir uns selber verstehen als Menschen in der Nachfolge Christi, oder in unserer Gottesbeziehung. Wir brauchen das Wort nie, auch nicht die deutsche Übersetzung davon. Am ehesten noch Nachfolge, aber auch mehr in einem dogmatischen Sinn. Hier ist die Discipleship, die persönliche Art, mit Jesus Christus in Beziehung zu sein eine wichtige Sache. Es ist eine Frage der individuellen Entwicklung, nach innen wie auch nach aussen. Nach aussen hängt sie dann mit „witnessing" zusammen, oder mit „confessing": also das öffentliche gemeinsame Gebet und das Aussprechen der persönlichen oder gemeinsamen Glaubenswahrheit.Wir lernen viel!
Community Outreach: Auch diesen Begriff hörten wir oft und verwendeten ihn auch selber im Gespräch. Es ist gemeint, was wir meinen, wenn wir sagen, dass der Begriff Mission oder evangelisieren neu gefüllt werden muss. Also eigentlich die überpersönliche Wirkung des Gotteswortes. Auf das eine Kirchgemeinde hier auch verpflichtet ist, einmal im Sinne von Verantwortung und sozialem Engagement, durchaus aber auch im Sinn der Ausweitung, Vergrösserung der Gemeinde bzw. des Church Planting. Wenn in der Trinity United Church of Christ (TUCC) nach der Predigt die Menschen, die neu in die Gemeinde aufgenommen werden wollen, nach vorne kommen und dort begrüsst werden, ist das schon beeindruckend. Und von den Gespenstern unserer Ängste vor den Evangelisationen keine Spur! Man/frau gönnt es den Menschen einfach, zu einer Gemeinschaft, die lebendig ist, dazuzugehören. Da ist nichts Gschämigs dabei und auch nichts Unredliches. Die Kirchen versuchen die Menschen anzusprechen, ihnen Hoffnung und Liebe zu schenken, so eindrücklich z.B. auch in St. Sabina oder in Redeemer Church! Ganz abgesehen von den Institutionen, die Community Outreach begründen: Kindergärten, Krippen, Horte, Nachschulbetreeung, Prüfungsvorbereitungsprogramme, Band, Jugendgruppe etc.
Vision: Hier spüren wir, was damit gemeint ist. Ob wir durch die Schwarzenviertel im Süden von Chicago fahren, wo viele Läden geschlossen sind, Junge auf den Strassen rumlümmeln, oder ob wir lesen: Bücher über die Armut in den schwarzen und Latino-familien der Working Poor (z.B. Ronald J. Sider, Heidi Unruh (ed.), Hope for children in poverty. Profiles and possibilities, 2007) und die Wirkung von „prophetic preaching" (z.B. Timothy Keller, Warum Gott, 2008 oder Katie Geneva Cannon, Teaching Preaching, Isaac Rufus Clark and Black Sacred Rhethoric, 2002; Walter Brueggemann, The Word Militant, Preaching a Decentering World, 2007). Ohne Vision kann man nicht überleben, wenn 30 % der Arbeitstätigen einen Lohn verdienen, der ihre Familie unterhalb der Armutsgrenze leben lässt. Die Folgen auf die Art und Weise der Kinderbetreuung mit den ganzen Folgen von Jugendgewalt und Drogenmissbrauch etc. sind direkt nachgewiesen. Das ist so traurig! Wenn dann Pater Pfleger in seinem GD am 15.4. (wer will, kann ihn sich auf der Homepage von St. Sabina ansehen, sehr eindrücklich!) zu seiner Gemeinde sagt: „If you have no vision, you get overwhelmed by what you see!", dann kann man sich hier gut vorstellen, was er meint. Wenn du eine Vision hast, lässt du dich von der Realität nicht mehr einfach so überfahren!
DMin: Dieses Stichwort führt zur ongoing pastoral education. Hier gibt es keine verpflichtende Weiterbildung. Aber viele Pastoren machen an einem DMin-Programm mit. Vergleichbar mit dem Doktortitel in der Medizin, der auch aufgrund der praktischen Arbeit im Spital entsteht, können hier mit Gemeindearbeit (grösseren Gemeindeprojekten sowie Kursen und Arbeiten) zum Nutzen der Gemeinden und zum Nutzen der Pfarrerinnen und Pfarrer „doctors of Ministry" gemacht werden. Ich bringe die Unterlagen dazu mit, z.B. vom McCormick-Seminary. Auch Leadership-Ausbildungen werden dort angeboten, die neben Sitzungsleitung und Führungsaufgaben in der Gemeinde vor allem auch auf die Führung und Ausbildung von Freiwilligen vorbereiten. Ein Zweig, der hier sehr ausgebaut ist. So hat z.B. die Besuchsgruppe der 4th Presbyterian Church in Downtown Chicago 50 Freiwillige Mitarbeitende! Die müssen betreut und ausgebildet werden. Eine Aufgabe des Pfarramts mit der entsprechenden Weiterbildung. Auch sehr interessant.
Organisation/Kommunikation: Meine letzten Stichworte. Dass Gottesdienste, kurze Interviews, „Worte" zu Themen, öffentliche Abende wie z.B. der Abend in Lake Forest zu den drei Suiziden von Jugendlichen, wo Fachleute Auskunft gaben: Alles geht ins Internet. Wer nicht dabei war, kann sichs anschauen. Wer ein Thema recherchiert, hat Material. Und nicht zuletzt wird so das Profil der Gemeinde geschärft! Jugendliche werden an der Kamera ausgebildet und schneiden alles professionell zusammen (TUCC z.B.). Das sind eigentliche Ausbildungen. Aber auch die perfekten Bulletins gehören in dieses Feld, die mich als Teilnehmende am GD führen, transparent machen, was wann läuft, welche Musik ausgewählt wurde und wer mitwirkt. Ich habe bei den vielen Bulletins keinen einzigen Fehler entdeckt! Professionalität und Excellence nach aussen! Interessant war auch, dass die Einführung von „DropBox" als Möglichkeit der papierlosen Sitzung an der KP-Sitzung erklärt wurde. Mittels einer Power Point Präsentation.
Nun bleibt mir morgen vor der Abreise noch, das Literaturverzeichnis zu vervollständigen. Bis dahin, hebends guet!
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