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Der sechste und siebte Tag - Kiew bei Nacht
Durch Kiew fließt der Dnepr (Днепр), dessen Verlauf nicht nur die Großstadt teilt, sondern auch einige große und kleine Inseln zwischen dem West- und Ostteil entstehen ließ. Diese sind für städtische Verhältnisse wenig bebaut und bieten aufgrund des Waldes und der errichteten Sportplätze den Einwohnern Kiews die Möglichkeit der Naherholung. Basketball, Fußball, öffentliche Freiluftmuskelschmieden und Frisby-Spieler haben wir dort im Hidropark (Гидропарк) gesehen, welchen wir nach einigen Stationen mit der Metro erreichten. Der zum Teil feinsandige Boden und die Nadelbäume auf der Insel erinnern an den heimischen Badeort Wischer, ja wir konnten sogar ein paar Mutige ausmachen, die sich trauten, im Fluss zu baden. Die knallende Sonne und der Anblick des gelbsandigen Strandes luden allemal dazu ein. Jedoch ist die Wasserqualität der braun schimmernden Suppe fraglich.
Nach nun mehrtägiger Einkaufserfahrung glauben wir übrigens eine weitere Eigenheit des Kiewer Völkchens herausgefunden zu haben. Angaben beim Verfallsdatum der Produkte sind grundsätzlich (wie so oft) nur als Richtlinie zu verstehen. Eigentlich bezüglich der Haltbarkeit abgelaufene Lebensmittel müssen nicht von den Lebensmittelmärkten aus den Regalen genommen werden, der Kunde hat ja schließlich Augen im Kopf. Außerdem schmecken die Produkte auch nach einem halben Jahr Überfälligkeit noch ausgezeichnet, wie wir feststellten.
Am Ende des Sonntages - oder viel mehr in aller Herrgottsfrühe des Montages gegen 0.30 Uhr - verließen wir unser Appartement, um das nächtliche Kiew zu entdecken und mit dem Ziel ein paar langzeitbelichtete Nachtfotos zu schießen. Vorbei an wiederkäuenden Ukrainern und durch pechschwarze Gassen wurden wir denn auch belohnt, indem sich uns eine Hand voll stilvoll beleuchteter Gebäude präsentierte. Außerdem hatten wir einen wunderschönen Anblick des nächtlichen Treibens der Hauptstadt auf der Aussichtsplattform am Dnepr. Zum Schluss der Tour hatten wir noch eine Begegnung der besonderen Art. Ein Rudel Hunde (allem Anschein nach ohne Besitzer) übersetzte vor uns in einigen Metern Entfernung unter Beachtung der hier typischen Verkehrsregeln eine Kreuzung: Während die eine Hälfte der Gruppe bei Rot die Straße hinübersetzte, warteten die Nachzügler ordnungsgemäß und achtsam auf die Vorbeifahrt des sich nähernden Fahrzeuges.
Steffen
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