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Der zweite Tag - 07.09.2010
Der zweite Tag in Киів (Kiew) begann mit einem ausgedehnten Schlaf bis zur Mittagszeit, verständlicherweise hatten wir ein klein wenig Tiefenerholung nötig in Anbetracht der Strapazen der Busfahrt. Sodann aufgestanden war klar: als erstes Geldwechsel (wir hielten es nicht für sinnvoll vorher Geld zu tauschen), dann Lebensmittel für die nächsten Tage einkaufen. Leichter gesagt als getan, denn Freund „Google" behauptete, eine Wechselstelle sei gleich in der Nähe, welche wir nicht fanden und deshalb einfach die Straße, in der das Appartement gelegen ist, hinuntergingen. „Hinunter" ist dabei als solches zu verstehen, denn Kiew scheint auf sehr hügligem Terrain zu liegen. Nach längerem Abstieg wurden wir fündig und wechselten in einem Hotel unsere Euros in die lokale Währung Гривня (Hriwnja) ein, sodass wir nur noch einen Supermarkt finden mussten. Den bekamen wir am Ende der Straße zu Gesicht und probierten in dem kryptischen kyrillischen Buchstabensalat der Produkte uns bekannte Lebensmittel auszumachen. Wichtig war Wasser, denn in weiser Voraussicht hatten wir natürlich nicht genug Getränke für die Fahrt und den Tag der Ankunft mitgenommen - das Wasser aus dem Hahn empfehlen diverse Informationsquellen aufgrund der Hygiene nicht zu trinken, es riecht zumindest nach Chlor. Mit einigen gefüllten Tragetaschen ging es dann die Straße wieder hinauf bis wir nach gefühlten 2 km bergauf wieder zum Apartment gelangten. Puh … geschafft.
Ich möchte kurz noch ein Paar Eindrücke der Stadt schildern. Anders als in Deutschland sind die meisten Menschen hier in der Україна (Ukraine) schlank, kaum aber dick. Auch so scheinen die Ukrainer mehr Wert auf ihr Äußeres zu legen. Es gibt keine Radwege, geschweige denn irgendwelche Radfahrer - angesichts der rasanten Fahrweise der Autofahrer nicht verwunderlich. Aber die Ampeln sind lobenswert: ein Zähler vermittelt den Fußgängern meist wie lange die aktuelle Grün- oder Rotphase noch andauert. Neben den mittelalterlichen Bussen (mit geöffnetem Motorraum zur Kühlung) gibt es auch (fast) moderne Elektrobusse - wie man eine Fahrkarte kauft haben wir noch nicht herausgefunden, es gibt jedenfalls keine Automaten dafür. Was ich nicht erwartet hatte, sind die Autos, die in Kiew so herumfahren. Neben Mazda, Mitsubishi, Peugot sind nicht selten VW, BMW, Mercedes, Porsche und diverse Exoten anzutreffen. Ein starker Kontrast zu den mehr oder weniger motorisierten Fortbewegungsmitteln auf den Landstraßen. Der fahrende Reichtum auf den Kiewer Straßen passt so gar nicht zu den meisten Gebäuden, die eher baufällig bis abrissfertig als alles andere aussehen. Vielleicht ein generelles Großstadtphänomen?
Zum Abschluss des Tages waren wir in einem Selbstbedienungs-Pizza-Schnellrestaurant. Zum Glück konnte die nette Frau von der Bedienung unser Englisch verstehen und wir relativ unkompliziert drei große Pizzen mit auswählbarem, individuellem Belag bestellen, die bereits nach 5 min fertig waren. Für umgerechnet rund 16 € inklusive Trinkgeld (Bestechungsgeld?) war unser Abendessen gesichert.
Steffen
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