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Fahrt ans Nordkap, 01.-05.08.2010
Nun ist es endlich so weit. Den Traum gab's schon lange, nun ist es so weit. Am 05. August 2010 um 18.37 ist Yussuf durch das Eingangsgate am Nordkap gefahren. Zwar hat mich das Kap mit dickem Nebel empfangen, was aber der Begeisterung keinen Abbruch getan hat.
Losgefahren am Schweizer Nationalfeiertag, hat mich der Weg am ersten Tag über Deutschland, Freiburg, Kassel, Lübeck, Puttgarden und dann mit der Fähre nach Dänemark geführt. Geplant war ursprünglich eine erste Etappe nach Flensburg, da übernachten, anschliessend über Dänemark und die Öresund-Brücke nach Schweden zu fahren. Kurzfristig wurde mir aber die Fährüberfahrt empfohlen. Diese 75 Euro war mir dieser direktere Weg wert. Als ich dann spät Nachts an der Fähre ankam, stand auch gerade eine bereit zur Abfahrt und so verschob ich die Nachtruhe kurzfristig nach Dänemark. Und nach der gut dreiviertelstündigen Überfahrt fühlte ich mich auch noch fit genug für die 200 km weite Fahrt nach Malmö. Und so kam es, dass ich Schweden nach rund 14 stündiger Fahrt bereits am ersten Tag meiner Reise erreichte. Die Nacht verbrachte ich dann unmittelbar auf dem Parkplatz nach der Öresund-Brücke. Geht ja, wenn man das Hotelzimmer gleich mitführt.
Am Montagmorgen setzte ich mich dann bald mit zwei Kolleginnen aus unserer Guggenmusik in Verbindung, die sich gleichzeitig in Göteborg befanden. Wir setzten ein Treffen auf die Mittagszeit an, worauf ich den kleinen Umweg von der direkten Route ans Nordkap in Kauf nahm. Wir trafen uns dann in einem Restaurant zum Mittagessen und machten anschliessend die Innenstadt noch kurz unsicher. Abends gab es ein gemeinsames Nachtessen auf ihrem Campingplatz. Nach einer kurzen Nacht war Omeletten-Frühstück angesagt und frisch gestärkt ging's los auf die nächste grosse Etappe. Für viele der folgenden hunderte, nein, tausende Kilometer vereinheitlichte sich das Strassenbild sehr rasch. Gerade Strecken mit gelegentlich langezogenen Kurven und rechts und links der Strasse Wald. Wald, und nochmals Wald. Stündlich ein kurzer Halt hält frisch, alle rund 500 km hiess es dann wieder 70-80 Liter tanken. Was sich auch als tückisch erwiesen hat sind die regelmässigen Radarkästen. Einziger Vorteil, vor JEDEM Kasten steht eine Warntafel. Also immer schön Augen offen halten. Nicht ganz einfach, den Gasfuss unter Kontrolle zu halten, wenn man tausende Kilometer 100-130 km/h gefahren ist und plötzlich wieder 90 einhalten muss. Geschweige denn, wenn dann mal doch eine Ortschaft kommt, wo man nicht mit 90 durchbrettern kann (ja, das gibt es. Ist sogar gang und gäbe!) sondern 50 km/h einhalten muss. Da hat man echt das Gefühl, bei voller Fahrt aussteigen zu können! Laufen ist echt schneller...
Die dritte Nacht habe ich dann auf einem Parkplatz am Strand von Sundvall verbracht, gemeinsam mit in paar anderen Wohnmobilen. Allemansretten macht's möglich, man kann sich „überall" hinstellen wo man will für eine einmalige Übernachtung.
Vierter Tag, unterdessen war das Ziel fix festgelegt, Donnerstag am Kap zu sein, brachte nix neues, viel Strasse, Wald und wieder Wald. Ach doch, eine Neuerung: REGEN. Dieser begleitete mich auch bis zur Ankunft am Kap am Donnerstag. Auch überquerte ich am Mittwoch spät Nachmittags den Nördlichen Polarkreis, den Napapiri. Ab sofort wurde es nie mehr ganz dunkel. Übernachtet habe ich dann im kleinen Nest Pajala. So stelle ich mir eine Australische Stadt im Busch vor, eine Strassenkreuzung und ein paar Häuser, Shops und Tankstelle. Auf dem Campingplatz, ja, ich wünschte mir mal wieder eine Dusche, gab es einen Stellplatz direkt am Fluss. Welch eine Aussicht. Angesagt war frühe Tagwacht. Einzige Änderung am Donnerstag zu den vorangegangenen Tagen war, dass sich die Landschaft langsam veränderte. Bäume wurden weniger dafür vermehrt Buschwerk, bis auch das irgendwann verschwand. Dafür tauchten immer unverhoffter Rentiere auf. Meist auf der eigenen Fahrspur, wie wenn die Strassen nur für sie gebaut wurden. Und, wie anfangs erwähnt, erreichte ich wie vorgesehen am Donnerstag um halb sieben Uhr Abends den (zweit-) nördlichsten Punk Europas, das legendäre Nordkap. Allerdings war davon nichts zu sehen, versteckte es sich doch in stockdickem Nebel. Und dafür soll ich nun 3818,5 Kilometer gefahren sein?
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