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Nordkap, 05.-07.08.2010
Zu viele Menschen, eine Abzocke und überhaupt eine riesen Touristenfalle sei das Nordkap. Zumal, es nicht einmal der nördlichste Punkt von Europa ist. Nun, das letztere ist richtig. Das Nordkap ist geografisch nicht der nördlichste Punkt von Europa. Aber zumindest der nördlichste, motorisiert erreichbare Punkt. Will man wirklich an den äussersten Punkt, muss man noch eine 9 km lange Wanderung unter die Füsse nehmen. Einen Weg. Hin und zurück also 18 km. Ich hab mir das touristische Nordkap ausgesucht. Ich kann aber die ersten zwei Punkte nicht bestätigen. Aus meiner Sicht zumindest nicht. Natürlich, es werden Busweise Rentner aller Nationen angekarrt. Ich hab also echt den Altersschnitt nach unten gezogen. Wenn man sich nun also da hoch führen lässt, innerhalb von 2 Stunden das ganze abklappert und dann wieder weg muss, dann mag es einem so vorkommen. Wenn man aber die 48 Stunden, an denen man sich mit dem bezahlten Eintritt von rund CHF 50.- am Kap aufhalten darf, ausnutzt, dann kann es ein ziemlich inspirierender Aufenthalt werden. Dies bedingt aber, dass man sich vom touristischen Gedanken löst und einfach nur mal die Örtlichkeit und die Gegend auf sich wirken lässt. Hat man also den Eintritt am Gate bezahlt (ich übrigens mit dem Studentenausweis nur 150 Norwegische Kronen, sprich ca. 30 Franken, kann man sich mit seinem Auto, Camper, Wohnwagen, Motorrad, Zelt, was auch immer, direkt vor die Eingangstür des Besucherzentrums stellen. Und auch dort übernachten. Von dem war bei meiner Ankunft wesentlich wenig zu sehen, herrschte doch stockdicker Nebel. Und dafür war ich nun da hoch gefahren? Ich hätte mich gerade so gut bei Nebel auf die Furka stellen können. Hätte in etwa gleich ausgesehen. Nur wäre die Anfahrt wesentlich kürzer gewesen. Also mal zur Feier des Tages eine von Peter's Partagas angezündet und ein auf die Reise mitbekommenes Glücks-Redbull geöffnet. Bald darauf folgte eine erste Unterhaltung mit dem Dänischen Nachbars-Ehepaar, beide Member der Kings Society, welche den lebenslangen freien Eintritt ans Kap gewährt. Beide absolute Norden-Freaks, haben sie mich mal mit dem Wesentlichen des Kaps vertraut gemacht. Kurz darauf habe ich mir dann mein Festtagesmenü aus Spaghetti und Hamburger zubereitet und mich mal auf eine erste Erkundungstour auf dem Kap gemacht. Der Stahl-Globus am eigentlichen Kap und das Besucherzentrum mit dem Grossleindwand-Kino. Den 14 minütigen Film über das Kap und die Menschen die dort leben, hat mich so begeistert, dass ich ihn bis zu meiner Weiterfahrt vom Kap drei mal gesehen habe. Nicht vergebens Preisgekrönt, bringt er aus meiner Sicht in dieser kurzen Zeit den Spirit des Kaps rüber. Oder bildet ihn im Geiste des Zuschauers. Das ist natürlich auch möglich.
Den Beschluss, die DVD zu kaufen, habe ich dann beim Anblick des Kaufpreises von 299 NKR, rund CHF 60.- gleich wieder fallen gelassen. Im Café galts dann ein paar Postkarten zu schreiben, Statusmeldung im Facebook platzieren und Bilder auf den Blog laden. Nachts um halb 2 hab ich dann noch eine Ego-Fotosession vor dem vereinsamten Globus gemacht, der Globus, der Nebel und ich. So gegen 2 Uhr morgens ging dann dieser ereignisreiche Tag zu Ende.
Am nächsten morgen weckte mich strahlende Sonne und lockte mich schlussendlich doch aus dem Bett. Zuvor war immer, wenn ich nach draussen geschaut habe, immer noch dicker Nebel. So genoss ich einen wunderbaren Tag am Kap bei bestem Wetter, welches schlussendlich auch bis tief in die Nacht angehalten hat. Nochmals Foto Stahl-Globus bei eitel Sonnenschein, immer noch mit erstaunlich wenig Besuchern. Erneuter Kino-Besuch und Spaziergänge entlang der 300 Meter abfallenden Klippen standen im Zentrum des Nachmittags. Abends wurde ich von meinen Dänischen Nachbarn zum Elch-Geschnetzelten eingeladen. Im Anschluss gabs dann die obligate Fotosession mit Sonnenuntergang, alle 10 Minuten ein Bild. Um 11 Uhr angefangen, hielt ich es aber nicht ganz durch, auch den Aufgang gleichbleibend detailliert bis morgens um 2 zu Fotografieren.
Am Samstag morgen hiess es dann wieder Abschied nehmem, ich liess das liebgewonnene Kap hinter mir und machte mich, entlang der Norwegischen Küste, wieder auf den Weg gegen Süden.
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