Profile
Blog
Photos
Videos
Letzten Freitag wollten wir eigentlich nach Mentawai, ein Surferparadies westlich von Sumatra. Aber Freitagmittag gegen 12 Uhr gab es ein kleineres Erdbeben der Stärke 6,3 mit Epizentrum nahe Mentawai. In Padang hat man davon so gut wie nichts gespürt, aber ich hatte trotzdem etwas Angst bekommen und wusste nicht so genau, wie ich das einschätzen soll, ob es noch Nachbeben gibt oder sonst etwas. Nachmittags haben wir uns dann mit unserem Gepäck in der Einkaufsmall getroffen, um zu entscheiden, ob wir fahren oder nicht. Wir wollten zu zehnt hinfahren und hätten eben 10 Stunden auf einem kleineren Schiff verbringen müssen, um zu der Insel zu gelangen. Ich hatte kein gutes Gefühl dabei und bin deshalb nicht mitgefahren, genauso wie Roda und Ella. Die anderen sieben sind schließlich doch los. Noch in der Mall haben wir schließlich entschieden sofort Richtung Bukittinggi aufzubrechen, da drei andere Mädels bereits auf dem Weg dorthin waren, um dort ein paar Ausflüge zu unternehmen. So spontan hab ich wirklich noch nie meine Pläne geändert, mit einem Rucksack voller Strandklamotten und keinen anderen Schuhen außer FlipFlops ging es statt zum Strand in die Berge. Wir haben uns direkt eine Mitfahrgelegenheit gesucht, was allein schon abenteuerlich genug ist. Man geht eben einfach an einen bestimmten Platz, an dem die Fahrzeuge Richtung Bukittinggi starten, fragt ein bisschen rum und fährt dann für 25.000 Rupiah (ca. 2 Euro) in einem mehr oder weniger privaten Auto mit. Ich freu mich immer wieder, wenn man am Schluss wirklich am richtigen Ort ankommt. Nach 2einhalb Stunden waren wir Freitagabends schießlich angekommen und checkten in dasselbe Hotel wie die anderen drei Mädels ein. Die hatten für den nächsten Tag bereits einen Ganztagesausflug gebucht, sodass wir uns um nichts mehr kümmern brauchten, perfekt :-)
Am nächsten Morgen gings schließlich früh los. Wir hatten einen privaten Fahrer gemietet, der uns den ganzen Tag dahin brachte, wo wir wollten. Zunächst ging es in ein Tal mit zahlreichen Wasserfällen. Leider hatte es die letzten Tage nicht sehr viel geregnet und deshalb war aus den Wasserfällen eher ein Sprühregen geworden. Aber es war trotzdem toll, da das Tal mit den steil abfallenden Felswänden und dem Regenwald an sich schon beeindruckend war. Außerdem ist hier selbst die Autofahrt wunderschön, da man an so vielen schönen Stellen vorbeikommt. Es gibt viele Aussichtspunkte mit Blick über den Regenwald, Reisterrassen und traditionelle Häuser zu bewundern. Unser nächster Stop war schließlich an einem nachgebauten Königspalast, der das typische Spitzdach und zahlreiche Schnitzereien hat. Danach ging es noch an einen größeren See, aber leider war das Wetter nicht mehr so schön. Als wir zurück in Bukittinggi waren, ging es noch schnell auf den Markt, geschlossene Schuhe für Ella und mich kaufen, denn am nächsten Morgen stand eine Wanderung durch den Regenwald an zur größten Blüte der Welt. Für 8 Euro schnell ein paar gefälschte Chucks gekauft und der nächste Tag konnte kommen ;-)
Wir waren dann auch wirklich froh über unsere Schuhe, denn der Marsch in den Regenwald am nächsten Tag wäre mit Flipflops doch ganz schön beschwerlich geworden. Ein Guide brachte uns zu der Blume mit der größten Blüte der Welt, Raflesia genannt. Um dorthin zu kommen, mussten man sich wirklich durch den Dschungel kämpfen, über Baumstämme klettern und Bäche überqueren. Die Blume selbst war einfach unglaublich, eine fleischfressende Monsterblume. Knallrot, mit fetten Blütenblättern und einem Schlund in der Mitte, in dem die Fliegen gefangen werden. Wir kamen leider schon am Ende der Blütezeit, am Anfang hat die Blume einen Durchmesser bis zu 1 Meter, bei uns waren es vielleicht noch 60cm.
Hiernach ging es in das kleine Dorf, das direkt dort am Regenwald liegt. Hier wird der teuerste Kaffee der Welt eigenhändig hergestellt, Luak-Kaffee, manche kennen ihn vielleich. Eine katzenähnliches Tier, das hier im Regenwalt lebt, isst die Kaffeebohnen und scheidet sie wieder aus. Die Bewohner des Dorfes sammeln den Kot dieser Katzen, säubern die darin enthaltenen Kaffeebohnen und stellen hieraus den Kaffee her. Hört sich eklig an, schmeckt aber erstaunlich gut :-D Wir haben nämlich eine Tasse probiert und ich war wirklich überrascht wie lecker er ist.
Nach diesem kulinarischen Erlebnis ging die Reise weiter zum Äquator, der ist etwa 2 Stunden nördlich von Bukittinggi. Dort gibt es sonst eigentlich nichts besonderen, aber eben eine rote Linie auf dem Boden, die den Äquator darstellen soll. Es ist schon ein cooles Gefühl, gleichzeitig auf der Nord-und Südhalbkugel zu stehen :-) Als letztes ging es noch zum Lake Maninjau, einem unglaublich großen See. Um zu diesem zu gelangen, muss man 47 Serpentinen runterfahren, in jeder Kurve steht dann, wie viele man noch vor sich hat :-D
Wir waren zum Sonnenuntergang dort, das war wirklich wunderschön, an dem See könnte man auch ein oder zwei Tage verbringen, wir sind aber abends wieder nach Bukittinggi zurück. Den letzten Tag haben wir dann dort verbracht, um uns die Stadt anzuschauen und Shoppen zu gehen. Ich war schoneinmal für einen Tagesausflug dort, das war allerdings in den Ferien und dementsprechend voll, laut und dreckig war es dort. Dieses Mal war es viel schöner. Man wurde nicht so viel angegafft, da die Leute in Bukittinggi an „Bule" gewöhnt sind, letztes Mal waren einfach zu viele indonesische Touristen dort und man hatte keine ruhige Minute. Wir sind ein bisschen über den Markt gebummelt, haben Souveniers gekauft und nochwas gegessen, dann ging es auch leider wieder zurück nach Padang. Diese paar Tage waren wirklich Urlaub von dieser Stadt. Die Luft war in den Bergen etwas kühler und nicht so schwül wie in Padang, außerdem bin ich es langsam wirklich leid dass alle mich immer anstarren, über mich tuscheln und lachen und einem Dinge hinterherrufen. Heute und morgen wird nochmal gearbeitet, aber am Donnerstag geht es dann schon wieder nach Kuala Lumpur, da freu ich mich auch unglaublich drauf. Die letzten eineinhalb Wochen werden wohl schnell vergehen, und dann bin ich ja schon wieder zurück. Und mittlerweile freu ich mich wirklich wieder auf zuhause!
- comments


