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Hallo an alle Daheimgebliebenen!
So, da sind wir wieder. 6 Std. Schlaf müssen genügen! Wir haben hier noch viel vor, also keine Müdigkeit vortäuschen.
Heute wollen wir die Ma Tei Brücke besichtigen. Mit der MTR gehts von Yau Mei Tei nach Tsing Yi, von wo aus wir den Bus 308M zum Visitor Point Lantau nehmen wollen. Wie immer, verlaufen wir uns in den diversen Bahnhöfen beim Umsteigen erst mal und landen so versehentlich auf dem Bahnsteig des Airport Express statt auf dem der Tung Chung Line und sind so kurz mal 60 HKD los geworden. Nachdem wir unseren Fehler bemerkt haben, hilft uns ein freundlicher Bahnstationsmitarbeiter freundlich weiter und lässt uns wissen, dass wir das Geld selbstverständlich am Service Counter ersetzt bekommen. Hat super geklappt! Ein Hoch auf diese wirklich gut durchdachte und auf die Beförderung von großen Menschenmengen ausgelegte U-Bahn (MTR). Service Super, freundlich und alles zügig. In wenigen Sekunden war unser Geld wieder auf die Octopuskarte zurückgebucht und wir auf dem Weg zum richtigen Bahnsteig.
Wie der Flughafen, so sind auch die MTR-Stationen sehr weitläufig und teilweise bewegt man sich über Kilometer unterirdisch. Da muss man doch immer recht genau wissen, wo man hin will und welchen Ausgang man nehmen muss. Das erspart einem zusätzliche Umwege und VIELE Treppen! Ich bin noch nie so viele Treppen gelaufen wie hier in Hongkong!!
In Tsing Yi angekommen, finden wir zügig den Busbahnhof und auch den benötigten Bus 308M. Der Fahrer spricht kein Wort Englisch und unsere Frage, ob er am Visitor Point in Lantau anhält bleibt damit unbeantwortet. Wir steigen trotzdem ein, weil er so freundlich winkt. Ab jetzt wird´s abenteuerlich. Für 7.20 HKD bekommen wir eine Stadt- und Landrundfahrt über Brücken und mit Aussicht - Bis zur Endstation!! Einmal kam es uns so vor, als ob der Busfahrer besser abbiegen hätte sollen - zumindest glauben wir, die Abzweigung zum Visitor View Point Lantau auf den "Hühnerkratzer" Straßenschildern erkannt zu haben.
An der Endstation winkt uns der Fahrer erneut freundlich, was uns den Eindruck vermittelt, dass wir aussteigen sollen. Wir waren "Lost in HongKong" im Nirgendwo, in einer Satellitenstadt - wie auch immer sie heißen mochte.
Nun schnell ein Bild von der Brücke rausgekramt und mit Händen und Füssen konnten wir uns soweit verständigen, dass die Busse nur 1x stündlich dorthin fahren, und seine Tour eben gerade nicht die richtige war. Pech!
Also gut, fahren wir eben wieder zurück nach Tsing Yi und warten dort auf den richtigen Bus - denken wir uns - und fahren also wieder mit zurück.
Der immer freundlich lächelnde, kein Wort verstehende, Fahrer erlässt uns sogar den Fahrpreis für die Rückfahrt. Na gut, Landpartie gemacht, Ziel verfehlt. Gehe zurück auf Start!
Plötzlich jedoch, biegt der Bus ab und hält, völlig unerwartet, extra für uns am Visitor View Point in Lantau. Er hat also extra für uns diesen Umweg genommen und uns mal eben so "außer der Reihe" des Fahrplanes dort abgesetzt. Derlei Erfahrung durften wir nun schon mehrfach machen. Was an Sprachkenntnissen nicht da ist, wird mit Freundlichkeit und Hilfe gerne wett gemacht. HongKong, du bist super! Nun waren wir also am gewünschten Aussichtspunkt. Das Visitor Center ist nicht wirklich zu empfehlen, da die meisten Erklärungen nur in chinesischer Schrift (Hühnerkratzer) verfügbar sind. Aber die Bilder sind ganz interessant. Sofern man die Dame des Visitor Centers anspricht, muss man allerdings damit rechnen, dass sie sehr zügig und ohne ein Wort hinter einer Türe verschwindet und auch sicher nicht wieder raus kommt, solange man im Visitor Center verweilt. ;-))
Nach einem kurzen Aufstieg zum Visitor Point wird man dafür mit einer wundervollen Aussicht auf die Ma Tei Bridge sowie auf die Wan Kong Bridge entschädigt. (Der Schweiss kann wieder in Strömen rinnen! Es gibt auch nur einen einzigen Schattenbaum dort. :-) )
Zurück zur MTR-Station Tsing Yi sind wir dann jedoch mit dem Taxi, da der Busfahrplan nirgendwo aushing (zumindest für uns nicht verständlich). Ging aber flott und für 2,30 EUR ein Schnäppchen!
Von Tsing Yi nun weiter nach Tung Chung um am Ngong Ping den Giant Buddha sowie das Lin Po Kloster zu besichtigen.
Ihr merkt schon, ich schmeiße Euch grad mit den tollen chinesischen Namen zu. sicherlich wißt ihr hier schon nicht mehr, was ich Euch im vorigen Absatz für eine Wegbeschreibung mitgegeben habe. Uns geht es ja nicht anders! Hier heißt alles gleich, sieht alles gleich aus und wenn ich es 2 Sekunden später wiederholen soll, brauch ich leider doch wieder die Landkarte und den Stadtplan um mit dem Finger darauf zu folgen!
Nach einer längeren Wartezeit (1 1/2 Stunden in der Schlange stehen) (es war ja immer noch Wochenende - und alle Chinesen in HK und Umgebung unterwegs) enterten wir dann eine Gondel und fuhren hoch zum Ngong Ping um dort auf einen gewaltigen Touristen-Rummel zu treffen. Da wir aber jetzt schon mal hier waren, haben wir nach Weisheit gesucht und die über 200 Stufen (mit hunderten von andere Touristen) zum Giant Buddha erklommen und erneutes, heftiges Schwitzen inbegriffen. Von den Camelen und dem Marlboro-Mann gar nicht zu reden. Es sind immerhin 28/30 Grad C in Hongkong und die Luftfeuchte liegt bei knapp 80 %. Da tröstete es uns auch nicht sehr, dass wir nun ja "nur" die 200 Stufen wieder hinunter mussten, bevor wir das Kloster besichtigten.
Für die Rückfahrt mit der Godel, dann erst mal wieder anstehen, aber Gott sei Dank nur ca.30 Minuten. (freu!).
An der MTR Station kann Reiner dann endlich mal einen Kaffee trinken, leider nur das Gebräu von Starbucks, aber in diesem Fall war er schon mit Kleinigkeiten zufrieden, während ich mir - nach all dieser Lauferei und Schwitzerei - erst mal ein dickes Eis von Hägen Dazz gönne.
Inzwischen reichlich abgekämpft, mit der Kenntnis, dass wir den Peak heute auch wieder nicht schaffen, fahren wir mit der MTR von Tung Chung bis zur anderen Endstation Hong Kong auf Central Island Jetzt hatten wir ja Zeit und genossen diese bei einer Trambahnfahrt bis zum Western Market ehe wir in SOHO an einer der diversen Übergänge in einem netten Lokal vor Knoblauch triefende Krabben und Tintenfisch zu uns nahmen. Inzwischen war ja der Abend bereits hereingebrochen, und in SOHO, der Hochburg der Abendbelustigungen, tobte das Leben (soll heißen, hier tanzt der Pabst im Kettenhemd). Touristen, Einheimische, Jung und Alt stand in den Gassen und hielten ihre Getränke in den schwitzenden Händen. Hier, in den schmalen Gassen ging wirklich so gar kein Luftzug! Ein echter Traum. Und wir wünschen uns in unser Hotelzimmer zurück, wo wir endlich duschen und unsere schmerzenden Füße pflegen können.
Aber noch waren wir mit dieser Stadt für diesen Abend nicht fertig!
Es herrschte bereits gestern (Samstag) geschäftiges Treiben. Aber das heutige schlug dem Fass ja fast den Boden aus. Also zunächst erst einmal wieder einige Hundert Stufen hinab... weiter Richtung MTR Station Central. Von SOHO aus kann man hier ganz bequem und immer hübsch überdacht und durch die diversesten Malls auf breiten Wegen wandern, ohne jemals auf die Straße zu müssen oder jemals nass zu werden. Die sonst schon gut mit Menschen (die gehen) gefüllten Walkways sind heute über und über von meist jungen bis mittelalten Frauen bevölkert, die sich in Gruppen zu 5-20 Personen, in Pappkartons sitzend, mit Kartenspielen beschäftigen. Offensichtlich handelt es sich dabei um die bevorzugte Wochenendbeschäftigung der Hongkonger. Einfach nur in abgetrennten, mit Schnüren verbundenen Kartons sitzen und quatschend Karten spielen. So etwas habe ich bei uns noch nie gesehen. Erstaunlich dass diese Menschen sich auch mal mit sich gegenseitig beschäftigen. Bisher hatten wir immer nur Handys mit ihren Menschen spazieren sehen, wobei das obligatorische Headset nicht fehlen darf, mit dem sonst entweder Musik gehört oder - immer mit der Hand vor dem Mund - telefoniert wird.
Gegen 0:00 Uhr sind wir dann endlich im Hotel mit dem festen Entschluss, morgen soll es ruhiger werden - und auf jeden Fall soll dann auch der Peak klappen. Ist die letzte Möglichkeit für uns. Ganz klar: Hongkong am Wochenende ist unglaublich geschäftig und Ausflüge sind nicht so empfehlenswert.
Das war´s erst mal für heute! Wir brauchen jetzt ein wenig Schlaf!
Gute Nacht, und hoffentlich bis morgen.
Eure Nilpferde
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