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Perth Western Beach Lodge, Western Australia
Hallo ihr Tollen daheim in Berlin,
der Abschied war hart, haerter als ich gedacht habe. Theatralischer haette man es nicht gestalten koennen.Vermisse euch! Mhm wo fang ich denn am besten an. Prima die herzzerreissende kleine story am Boarding Schalter. Ich eh schon aufgeloest vom theatralisch gestalteten Abschied, vollgepackt mit Briefen und kleinen Geschenken von meinen Lieben, passiere das Boarding. Und wie es nicht anders haette sein koennen, wird mir Tommys Geschenk direkt und ohne langen Reden abgenommen. Meine Reaktion: Ich fing sofort das Heulen an. Sofort! Ende der Geschichte: Ich musste das Geschenk vor den Augen der Leute oeffnen und fing vor lauter Geruehrtheit wieder das heulen an. Den einzigen Satz den ich noch schluchzend sagen konnte "meine Orientierung, ganz schlecht" (es war ein Kompass), die Traenen liefen weiter. Kurz beruhigt komme ich im Flugzeug an und Ueberraschung gleich ein Norwege als Sitzpartner mit dem ich Englisch reden musste. So viel dazu, dass ich in den ersten 24h kein englisches Wort hoeren moechte. Egal, auf die Situation eingelassen, nehme ich mir masochistisch alle Briefe und Geschenke zur Brust und fange, eine kleine Ueberraschung, wieder das heulen an. Hach tolle Worte, einen Engelsgluecksbringer, ein Mautz (danke liebe Betty, es ist ein Mautz geworden), einen kraftspendenden Ring und die beste Radioshow, die man sich wuenschen kann. Ja mein Freund, der Beste, Tollste, Schoenste eben hat mir persoenlich eine Radioshow aufgezeichnet. Mhm wie kann man sich das vorstellen, Lieder die einander verbinden, kleine Reportagen ueber Perth, Wetteransagen, Nachrichten ... . Ganz grossartig. Wahnsinn. Ich liebe dich Cheri. Dafuer muss Zeit sein.
Mein Marathonflug nach Perth war keine leichte Sache. Ich bin von Berlin nach Bangkok geflogen, musste mein Gepaeck auschecken, 10 h warten, wieder einchecken und ab nach Kuala Lumpur. Dort angekommen, Gepaeck auschecken, 5 h warten, Gepaeck einchecken und ab nach Perth. Summa summarum 36 h unterwegs. Ich weiss gar nicht. Ich glaub es war 6 Uhr in der frueh, als ich in Perth angekommen bin. Kalt, richtig kalt, es hat geregnet und wie jetzt in die Stadt kommen? Den ersten angesprochen, auf englisch natuerlich, und kaum zu glauben gleich einen Treffer. Sie haben mich ohne wenn und aber mit in die Stadt genommen, mich persoenlich zum Hostel gebracht und wer konnte es ahnen, das Hostel war noch zu. Man bemerke es sind keine 30 Grad und die Idee sich einfach an den Strand zu legen, wuerde einem den Tod bringen. Gefuehlte 5 Grad hier am Morgen. Ab gings zu den 3 nach Hause, heisse Schokolade trinken und erst mal ankommen. Toll wars. Ganz selbstverstaendlich und ohne fragen, gings dann zum Mittag hin wieder zum Hostel. Ich war begeistert, bin begeistert ueber so viel Selbstlosigkeit.
Angekommen in der Western beach Lodge (Scarborough), ein tolles Hostel. Wollte eigentlich nur 2 Tage hier bleiben mittlerweile ist es eine Woche. Man hat das Gefuehl, man lebe hier in einer grossen Wg. Ganz wunderbar. Sauber, familiar und einfach toll. Kaffee, Tee, Brot alles for free. Nichts. Internet laeuft ueber ein "honour system" und billiger hab ichs mir sagen lassen wirds nicht (2$/h). 2 Deutsche, der Rest Iren, Englaender und Franzosen. Aber wenig Deutsche man staune. Das hat sich bis heut auch nur geringfuegig geaendert.
Eine kleine Zusammenfassung meiner ersten Woche. Nach dem ersten Stranderlebnis, der hier uebrigens nur 3 min entfernt ist, bin ich angekommen. In Australien hat man das Gefuehl, die Erde ist eine Scheibe und du bist der Mittelpunkt. Eine tolle Aussicht egal wo man ist. Das Wasser ist sehr unruhig hier, die hoechsten Wellen waren 2-3 m (man bemerke ich kann schlechter als recht Entfernungen abschaetzen) und es ist richitg kalt hier. Die ersten Plaene: Lange Hose kaufen, Pulli, Regenjacke, Socken und so nimmt die Liste ihren Lauf. Ich Knallkopf denk natuerlich, wenn ich nach Australien komme scheint die Sonne den ganzen Tag. Nein so ist das nicht, hier faengt gerade der Fruehling an. Macht ja auch Sinn. Aber was solls.
Geplagt von einer boesen Erkaeltung, da es eben so kalt und verregnet hier ist, habe ich Perth erkundet. Eine tolle Stadt, aber recht klein wie ich finde. Wenn man das Glueck hat, ein wenig Sonne zu erhaschen sollte man sofort den 400er Bus in die Stadt nehmen und sich den legendaeren Kingspark ansehen. Ein schoener Park, aber die Bluete seiner vollkommenen Schoenheit erlangt er ist etwas spaeter, denke ich, glaube ich. Tolle Aussicht auf Perth!Die Beste!
Nach einem voellig nervenzerreissenden Tag im Dschungel der australischen Buerokratie, kam eine erste kleine Ernuechterung. Mein Englisch sucks. Hab ganz tapfer mein Bankkonto eroeffnet, meine Steuernummer beantragt und ne Prepaidkarte erworben. Hoert sich einfacher an als es ist. Vor allem wenn man die Prepaidkarte 20 min am Telefon aktivieren lassen muss. Ist nicht der Regelfall, aber ich hab mal wieder bei der Aktivierung im Internet Mist gebaut und meine Chance, es auf einfachen Weg zu bestreiten, verspielt. Doch auch diese Huerde wurde bezwungen. Am Abend auf diesen Schreck erstmal mit leckeren billigen australischen Wein betrunken und am Morgen darauf alles bereut. Kopfweh. Aber richtig.
Bis jetzt habe ich noch nicht viel gesehen, da das Wetter es einfach nicht zu laesst. Ha jeder wird jetzt sicher denken, scheiss aufs Wetter, aber nein, der Regen hier ist niemals mit dem Regen in Deutschland zu vergleichen. Wenn du schon siegessicher das Weite ansteuerst, wirst du bis auf die Knochen nass. Aufgrund der Orkanaehnlichen Windbohen hier, hast du keine Chance. Keine!
Morgen werde ich mir meinen Van kaufen. Lange durchdacht und mittlerweile zu dem Entschluss gekommen, dass das, das beste ist. Ein stetes fuer und wieder, ewiges nachdenken ueber 'was waere wenn Situationen' und staendige Ratschlaege und Tipps von anderen Backpackern, vereinfachen die Entscheidung so gar nicht. Doch ich riskiere es. Jap ich bin bald eine gluecklichere Besitzerin eines Vans der Marke Nissan. 3000 AUS $ aber alles inclusive. Sie bauen mir ein Bett in den Van, die Registrierung fuer ein halbes Jahr ist eingeschlossen und all moeglicher camping kram. Ein Rundum-Wohlfuehlpaket fuer das grimmlige Josichen. Die Suche nach der passenden MFG gen Norden gestaltet sich schwieriger als ich dachte. Viele der Backpacker kommen gerade vom Norden, da dort bald Regenzeit ist, viele reisen zu zweit (ich hab aber nur einen Platz zu vergeben)und zu viele Deutsche sind unterwegs, die die gleichen Plaene haben. Der Plan aber war, dass ich der deutschen Sprache in den ersten Wochen so gut wie nur moeglich aus dem weg gehe, weil ich fleissig englisch lernen will. Plan umgeworfen, fahre jetzt mit ner deutschen (Sabrina) gen Norden. Das wird toll und die Moeglichkeit hier in Australien englisch zu sprechen kommt schneller als man denkt und als einem lieb ist.grins.
Die letzte Story in diesem Blog. Mein erstes Mal Auto fahren in Australien. Kaum zu glauben. Ich war in der Werkstatt, wo ich mir nun meinen Van kaufe und habe auf Helena und Max gewartet (ein bezauberndes Paar aus England/Holland). Waehrend ich wartete bot mir Larry, der Chef, an, das erste mal in Australien zu fahren. Zumindest war ich der Meinung, richitg verstanden habe ich es nicht. Bin dann mutig mit nem Mitarbeiter losgefahren und wusste nicht so richtig was passiert. Meinte er jetzt das erste mal mitfahren? Zu nem Uebungsplatz fahren? Zu ner wenig befahrenen Strasse? Ahhhh. Mist wenn man kaum was versteht. Nein wir fahren zu einer anderen Werkstatt und holen ein zweites Auto ab, welches von mir selbstverstaendlich gefahren werden soll. Linksverkehr und Automatik-Getriebe beides noch nie erlebt. Kurz ereklaert und ab ging die Fahrt. Es war anfangs schrecklich, ich haette fast das Auto verschrottet, nicht wegen dem Linksverkehr, nein wegen dem Automatik Getriebe. Als ich gebremst habe, weil das Auto schneller als mir lieb war abzog, quietschten die Reifen. Schneller kann man nicht zum stehen kommen. Voellig veraengstigt sprang der Mechaniker von der Werkstatt aus seinem Auto und gab mir nochmal einen kleinen Crashkurs fuer Automatik Getriebe. Ich habe nach den ersten abenteuerlichen Versuchen nur noch geringfuegig mit dem grossen Zeh gebremst. Das Ende dieser Geschichte: Wir kommen in der Werkstatt an und es stellt sich raus, dass ich das Auto eines Kunden fahre. Der schaute schon voellig veraengstigt seinem Auto nach, als ich an ihm vorbei fuhr. Verstaendlich! Ich sah aus wie ne kleine Hippie-Braut, Thai-Hose, Tuch im Haar, Sonnenbrille auf, Flip-Flops und laut am Klassik hoeren. Unverstaendlich ich hab das Auto anfaenglich echt fast geschrottet. Noch unverstaendlicher der Werkstatt Mitarbeiter faehrt mit dem Auto der Werkstatt und ich mit dem Auto des Kunden. Haeh! Australische easygoing Lebensweise eben.
Jut jetzt aber genug. Das war mein erster Blog und wird auch der letzte in dieser Laenge sein. Der Grund: Bin krank, um 7 pm eingeschlafen und nun nach 8h Schlaf hellwach.
Cheri ich kuesse dich, liebe dich und denk an dich. Vermiss euch alle. Kein Land kann euch ersetzen.
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