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Zu unserem Haus gehört auch eine Haushälterin, die jeden Tag putzt und Mittagessen kocht. Das ist natürlich Luxus pur, aber für Brasilien ganz üblich. Zum Essen gab es bisher eigentlich immer Reis und eine Bohnen-Pampe. Sie hat zwar jeden Tag ein bisschen eine andere Farbe, aber im Grunde ist es schon immer ziemlich ähnlich. Ich habe den Mädels versprochen, dass ich auch mal deutsch koche, aber da muss ich mal noch überlegen, was ich da kochen werde, immerhin muss man für ca. 10-12 Leute kochen (irgendwelche Vorschläge?).
Botucatu ist ansonsten ein eher ruhiges Städtchen mit knapp 150.000 Einwohnern. Es gibt zwei Campuse, die an den gegenüberliegenden Seiten der Stadt sind. Natürlich muss ich genau zu dem Campus, zu dem meine Mitwohnerinnen nicht müssen. Das Haupttransportmittel ist hier übrigens, zu meinem Bedauern, das Auto. Fast jeder besitzt ein eigenes Auto und man nimmt es für JEDEN Weg. Uni, Supermarkt, Freunde besuchen, nichts wird ohne das Auto erledigt. Öffentliche Verkehrsmittel sind hier eine Katastrophe (es gibt einen Bus von der Uni zu meiner Haustüre, aber dieser Bus fährt nicht in die andere Richtung) und Fahrrad fahren tut hier eigentlich niemand. Zum einen, weil es eig keine Fahrradwege gibt und die Autos sehr rasant fahren und zum anderen weil die Straßen hier unglaublich steil nach oben gehen und im Anschluss wieder extrem in die Tiefe fallen. Ich habe vor mir ein Fahrrad zu besorgen. Das gibt dann ein schönes Beintraining, nach dem Motto: Everyday is leg day! ;)
In der Uni läuft es bisher noch recht langsam an. Ich bin nun in der Biotechnologie gelandet (häufter mal was neues ;) ). Wir versuchen hier Bioethanol aus Wasserhyazinthen herzustellen. Diese Pflanzen vermehren sich bei guten Bedingungen unglaublich schnell und können ganze Seen und komplett zuwuchern und somit das gesamte Ökosystem stören. Als Folge kann es zu Fischsterben und Sauerstoffmangel in den Seen führen. Um dem entgegenzuwirken, muss man die Pflanzen regelmäßig abernten. Wir versuchen nun, diese "Ernte" noch zu nutzen und somit zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. :) Bisher ist die Ausbeite an Ethanol aus den Pflanzen aber noch sehr bescheiden, so dass es sich eher nicht lohnt, dies großflächig anzulegen. Aber wir sind ja auch noch nicht am Ende unserer Forschung ;)
Ein sehr prägendes Erlebnis war auch der Einkauf im Supermarkt. Zum Supermarkt, der zwei Straßen weiter von unserem Zuhause ist, fährt man selbstverständlich mit dem AUTO. Dort muss man beim Obstkauf jede Obstsorte in eine eigene Plastiktüte verpacken, um sie zu wiegen. Der Käse, den ich gekauft habe, war in einer Vakuumverpackung und zusätzlich noch doppelt in Frischhaltefolie eingewickelt. An der Kasse stehen "Pack-Boys", die dir deine Einkäufe in Plastiktüten verpacken. Ich hatte nach diesem Mini-Einkauf, bei dem ich eig nur Früchte und etwas Joghurt gekauft habe mindestens 6 Plastiktüten + 4 Plastiktüten für das Obst und den doppelt umwickelten Käse. Man könnte also meinen das Motto des Supermarktes lautet: Wie kann ich am meisten Plastik verschwenden!!! Da blutet natürlich das Ökologen-Herz....Ansonsten hat die Natur hier aber einiges zu bieten. Neben Killerameisen, die fast so groß sind, wie mein kleiner Finger, über wunderschöne Palmen und Blumen, bis hin zu super süßen Kolibris, die hier wie die Spatzen auf dem Baum sitzen. Die Kolibris waren wirklich ein toller Anblick!!! Man kennt sie ja nur aus dem Fernsehen, aber sie sind wirlich winzig. Sind ja schließlich auch die kleinsten Vögel der Welt. :)
So, dann muss ich jetzt mal Schluss machen, denn der Akku von meinem Laptop ist gleich leer und ich hab mir noch keinen Adapter besorgt, um ihn wieder aufladen zu können.
Ganz viele liebe Grüße an euch alle. Ich freu mich über Nachrichten von euch via whats app, facebook oder e-mail.Grüßle eure Laura
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