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Schildkrötenprojekt in Costa Rica
Matapalo, Costa Rica
Und dann gings los, mal zu einer ganz anderen Art von Urlaub, zu einem Schildkrötenschutzprojekt nach Costa Rica.
Bei Ankunft in San Jose wurde ich auch gleich von einem netten Taxifahrer empfangen, der mich ins Starthostel „ Gaudys Backpackers" gebracht hat. Das Hostel ist echt super empfehlenswert. Am nächsten morgen nach einem leckeren Frühstück ging es dann auch gleich los Richtung Pazifikküste, nach Playa Matapalo, wo sich eine der Schildkrötenschutzstationen befindet.
Die Fahrt dorthin war schon aufregend, überall Dschungel und einfach eine atemberaubende Landschaft . Einmal habe ich sogar an einem Fluss Krokodile gesehen. Nach einer kleinen Frühstückspause mit dem typischen Frühstück „ Gallo Pinto", das sind Bohnen, Reis mit Kochbananen und Ei bin ich dann mittags in dem kleinen beschaulichen Örtchen „ Playa Matapalo" angekommen. Dort wurde ich vom Leiter des Projekts freundlich begrüßt und er zeigte mir das Haus der Voluntäre. Im Erdgeschoss gibt es eine Küche mit der Terrasse, wo sich das Leben so abspielt und im Obergeschoss sind dann die Schlafmöglichkeiten. Ich hatte sogar Glück ein Bett direkt am Fenster zu bekommen mit Blick aufs Meer und einem so tollen Sonnenaufgang jeden Tag.
Nachmittags gab es dann die Einweisung für das gesamte Projekt. Grundsätzlich gibt es 2 große Aufgaben , in die man als Voluntär aktiv miteingebunden ist. Das eine sind die nächtlichen Patroullien. Hier geht man je nach Mondstand in kleinen Gruppen abwechselnd die ganze Nacht Patroullie. Man hält hier Ausschau nach den Mamaschildkröten, die an Land kommen um Ihre Eier abzulegen. Wenn man ganz viel Glück hat, sieht man die Schildkröte aus dem Wasser kommen, dann beobachtet man Sie wenn Sie Ihr Nest buddeln und Ihre Eier dort ablegen und danach das Nest zu machen und dann ins Wasser verschwinden. Und dann kommt die Aufgabe, die Eier wieder auszugraben und mitzunehmen, um Sie dann wieder in der Schutzstation analog zur Mutter einzugraben. Warum macht man das? Es ist zum Schutz der Meerestiere. Es kann sein, dass anderen Tiere, die Eier fressen oder auch Menschen die Eier klauen um diese zu verkaufen. Deswegen ist es so wichtig, die Schildkröteneier zu schützen. Und dann ist man schon bei der zweiten großen Aufgabe. Es gibt einen eingezäunten Bereich, indem sich die ganzen angelegten Nester befinden. Hier kommt über das Nest ein kleiner Schutzzaun. Dieser Bereich ist 24 Stunden überwacht, d.h. jeder macht eine Schicht von circa 4 Stunden. Was toll ist, man hat einen Hochsitz direkt am Strand und einen tollen Blick. Alle 15 Minuten geht man zum Rundgang und kontrolliert die Nester. Normalerweiße schlüpfen die kleinen nachts, wenn es kühl ist. Nach circa 50 Tagen sieht man , dass der Sand vom Nest langsam nach innen einfällt, dies ist das Zeichen dafür, dass die Schildkröten bald schlüpfen. Und wenn man dann in einer Nacht bei der Geburt dabei ist, hat man praktisch im Lotto gewonnen. Ich hatte das Glück und es sind 108 Schildkröten geschlüpft. Es ist unglaublich, das die kleinen von selbst sich 50 cm an die Erdoberfläche kämpfen. Wenn etwa 10 an der Oberfläche sind dann wird es ganz schnell immer mehr und es wuselt wie in einem Ameisenhaufen. Man bringt die Kleinen direkt zum Meer und setzt Sie circa 5m vor dem Wasser am Strand ab. Das ist wichtig, man glaubt es kaum, aber durch das Krabbeln über den Sand merken Sie die Schildkröten den Strand Ihrer Geburt und kommen dann Jahre später selbst wieder dorthin um Ihre Eier abzulegen. Das ist ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis wenn die 108 Schildkröten im Mondschein alle ins Meer krabbeln und nach wenigen Minuten sind alle in der großen Freiheit.
Ansonsten hilft man auch immer mit, mal zu kochen oder das Haus sauber zu halten, das artet aber nicht in Arbeit aus. Und man hat natürlich auch freie Zeit zur Verfügung. Da kann man wunderbar am Strand relaxen oder surfen gehen. Auch Ausflüge in den nahe gelegenen Nationalpark Manuel Antonio oder eine Kajaktour durch die Mangroven sind möglich.
Man hat also wirklich eine gelungene Mischung aus sinnvoller Freiwilligenarbeit und Freizeit. Ich kann es jedem nur empfehlen auch mal eine so tolle Erfahrung in einem fernen Land zu erleben. Man ist einfach hautnah dabei, bei den Tieren, bei den Menschen und erlebt die Kultur eines Landes sehr intensiv und besonders. Wenn jemand Fragen könnt Ihr Euch gern in Erlangen bei mir melden.
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Karin Krenn Hallo! Mich würde interessieren zu welcher Jahreszeit du dort warst und wie lange? lg Karin