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Guten Morgen
Der Gute Herr Gilani bat mich doch mal wieder was von ihr in meinem Blog hören zu lassen. Recht hat er- daher hier ein neuer Bericht.
Ich bin nun seit gut 6 Wochen in Jinan. Da ich aber immer nur ein Business Visa habe muss ich es entweder verlängern oder nach 30 Tage das Land verlassen. Da die Flüge nach Hong Kong leider mein Budget überschritten haben wir uns für eine Verlängerung entschieden.
Somit hat unsere Business Assistentin sich um dieses gekümmert und wurde bei der Behörde für Entry & Exit Angelegenheiten vorstellig. Natürlich hat Sie dort erst angerufen und sich erkundigt was für Unterlagen wir mitbringen müssen und was gemacht werden muss. Denn die Behörde ist eine gute halbe Stunde von unserem Büro entfernt. Aber wie das nun einmal in China ist. Kam sie dort an und man sagte ihr, ich müsse selber kommen, denn es würde ein Foto von mir gemacht. Also wieder zurück und wir kamen beide am nächsten Tag, dies Mal war ein anderer Herr da: „ Sie müssen einen Brief verfassen, der erklärt warum die Dame länger in China bleiben muss." Natürlich mit Firmen Stempel und Signatur. Also wieder zurück alles fertig gemacht und am nächsten Tag wieder hin. Dieses Mal war ein anderer Herr Vorort der das Schreiben lies und uns sagte: bu keyi - sprich- neee so nicht. „Was ist falsch?" Die Antwort, da ich noch kein Arbeitsvisum habe kann ich keine Position in dem Unternehmen haben und daher ist das Schreiben illegal und wir müssen es anders formulieren, zu dem brauchen wir noch das und das Formular. ALSO wieder zurück und noch einmal. Am nächsten Tag also Montag wieder hin. Dieses Mal war es eine Dame. Sie guckte sich alles an und sage: OK - aber Sie sind ja gar nicht in unserem System registriert… Sie müssen sich erst bei der Polizei bei Ihnen im Ort anmelden dann kann ich es nachholen. Das können Sie aber heute gleich tun und dann kommen Sie einfach wieder her. … ?!?)??=('§#
… Also wir wieder zurück. Und zur Polizei. Die schliefen alle noch in den Zellbetten (Mittagspause) und wir mussten bis 13.30 warten. Pünktlich krabbelten Sie ans Tageslicht und waren mit meiner Bitte: Ich möchte mich registrieren überfordert. Nach etlichen Telefonaten und Minuten - dann die Neuigkeit von zwei Herren: „ Sie müssen sich innerhalb von 72 Stunden nach Ihrer Ankunft anmelden". Da Sie das allerdings selber nicht wussten, waren sie genau so erstaunt wie ich. Aber ich habe eine Straftat begangen und muss nun bestraft werden. BESTRAT werden??? Muss ich die Nacht bleiben?? Bekomm ich Schläge?? Oder schlimmer noch nehmen sie mein Foto im System auf?? Die Antwort blieb man mir schuldig. Wir wurden abgeführt und in das Zimmer für interne Angelegenheiten auf der anderen Seite des Platzes gebracht. Hier wurde das Ganze aufgenommen werden. Mittlerweise war es bereits halb 3.
Nach einer weiteren Stunden in der die beiden Herren, meine Daten aufnahmen, mir Fragen stellten und mit anderen Kollegen die vorbeischauten nach dem Paragraphen suchten gegen den ich verstoßen habe, kamen wir auf die tolle Idee doch die Anmeldung parallel zu der Straftataufnahme zu machen. Damit wir das an demselben Tag noch schaffen. Ich wollte ja noch zurück zur Behörde für Entry & Exit Angelegenheiten, damit ich nicht wieder auf jemanden anderes treffe, der was anderes verlangt. Einer der beiden Polizisten erbarmte sich und wir gingen zurück über den Platz in das andere Büro. Um 15.45 Uhr trat dann Panik bei Polizeimann Yang auf der sich um meine Anmeldung kümmerte. Der Computer druckt nicht auf dem angegebenen Drucker im Raum neben an. Eine Fehlermeldung jagte die nächste und Herr Yang wurde sichtbar nervöser. Die Uhr tickte. Er holte sich schließlich einen tragbaren Drucker den er installieren wollte. Dazu suchte er die Plastiktüte mich den CD's aus dem Schrank und wühlte. Die ist's nicht. Die auch nicht. Hmm diese auch nicht. Ahhh hier ist sie. Aber … auch nach der Installation - die Uhr schlug 16 Uhr - kein Erfolg. „ Dann schreibe ich es eben per Hand" so Mr. Yang und das tat er dann auch. Als er fertig war. 16:10 Uhr nahm er den Hörer in die Hand und rief die Behörde für Entry & Exit Angelegenheiten an. Sie schießen um 16.40 Uhr. Wir waren zu spät. Meine Bestrafung war noch nicht fertig und die Fahrt dauert mindestens 40 min. … Also doch nicht zur Behörde für Entry & Exit Angelegenheiten sondern morgen. Tief durchatmen.
Wir gingen zurück zum Herren der meine Bestrafung eintippte. Die Nervosität war weg, daher viel uns auf das der Kollege von Herrn Yang ein netter, hübscher Chinese Mitte 30 war. Dies machte das Ganze für unsere Business Assistentin die mich ja begleitete machte, erträglicher. Er tippte und tippte, sucht und suchte, tippte und tippte. Wir saßen, warteten und beobachteten. Mittlerweile, hatte die Polizeistation auch was Richtiges zu tun. Ein Herr wurde vernommen, er hatte gestern im besoffenen Zustand jemanden mit Hirtenstock verprügelt. Nun war er aufgewacht und wurde verhört. Auch seine Straftat musste aufgenommen werden. Da ich mich mittlerweile auf den Platz an einem Schreibtisch saß und nicht mehr den Vernehmungsstuhl. Konnte ich direkt auf den Bildschirm gucken und sah warum das alles soooo lange dauerte. Der arme besoffene Herr musste ein Foto machen, vor der Wand der Sünde, Fingerabdrücke geben und Fragen beantworten. Als wäre dies nicht schon peinlich genug, guckten wir auch noch zu und amüsierten uns. Denn immer wenn er das Foto hinter sich hatte oder den Finger brav auf den Scanner legte, verlor der Computer Strom, alle Daten wurden verloren und es ging von vorne los. Nach dem vierten Mal, uns viel es immer schwerer nicht laut loszuprusten, war die Bestrafung fertig. Unser Polizist druckte meine Dokumente aus und ich durfte unterschreiben und überall wo mein Name oder Informationen über mich auftauchten meinen Finger in rote Tinte tauchen und abstempeln. Vier Seiten ah 5 rote Fingerabdruckstempel macht ein buntes Bild und brachte mich noch näher ans loslachen. Dann der Höhepunkt. Ich wurde aufgeklärt. Ich hätte mich anmelden müssen, und muss nun eine Strafe zahlen. Sollte ich Einspruch einlegen wollen und vor Gericht ziehen, habe ich 3 Monate Zeit dies zu tun. Dieser Brief wurde unterschrieben von mir, meiner Assistentin (warum auch immer), Polizist Yang und seinem Kollegen Polizist Niu. Was - Polizist NIU???!?!? Der Polizist heißt NIU - nun konnte ich das Lachen nicht mehr verbergen. Niu heißt auf Deutsch: BULLE!! Wir lachten alle zusammen, spaßten und verabschiedeten uns. Da es mittlerweile 6 Uhr war und Herr Yang Feierabend hatte war die Stimmung locker. Sie wussten ja glücklicherweise nicht warum ich so sehr lachte!!!
Was für ein Tag. Als wir am nächsten Tag bei der Behörde für Entry & Exit Angelegenheiten ankamen, war der Herr vom ersten Tag wieder da. Er sagte uns dieses, dieses und dieses brauchen sie nicht - wir machten das Foto und durften wieder gehen. Das ganze dauerte keine 20 Minuten. Aber so ist es auch die banalste Angelegenheit kann zu einem zweiwöchigen Abenteuer werden.
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